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Läuse – das Krabbeln auf dem Kopf

Oktober 2015 – Läusealarm – es gibt wohl kaum Eltern, die diesen Ausdruck nicht kennen, sei es in Kitas oder der Grundschule. Mit unschöner Regelmäßigkeit tauchen die kleinen Parasiten auf dem Kopf irgendeines Kindes auf, worauf die Bekanntmachung an alle erfolgt, um die Plage möglichst rasch einzudämmen. Das Stigma aus früheren Zeiten, in denen Kopfläuse mit Armut assoziiert wurden, ist zwar inzwischen bei den Allermeisten Vergangenheit, das Unwohlsein ist aber geblieben. Bei richtigem Verhalten ist der Spuk allerdings schnell vorbei.

 

Fakten

Rein biologisch ist die Kopflaus ein flügelloses Insekt von einem bis drei Millimeter Größe, das sich von Blut ernährt. Dazu ritzt sie die oberste Hautschicht ein, saugt das Blut und spritzt gleichzeitig Speichel in die winzige Wunde, das die Blutgerinnung verlangsamt. Und genau letzteres ist – neben dem verständlichen Ekelfaktor, kleine Tiere auf dem Kopf zu haben – das Problem. Denn das menschliche Immunsystem reagiert auf den Läusespeichel. Die Folgen: es kommt zu kleinen, aber stark juckenden Schwellungen. Wenn an diesen gekratzt wird, kann die Kopfhaut an dieser Stelle zerstört werden und es kann zu Entzündungen kommen. Eine Übertragung von Bakterien durch die Kopflaus ist zwar möglich, in Deutschland und Europa allerdings sehr unwahrscheinlich – in Entwicklungsländern sind Läuse dagegen öfters Träger entsprechender Bakterien.

 

Übertragung

In der Regel gelangen Kopfläuse von einem „Wirt" (einer Person mit Läusen) über direkten Kontakt zu einem anderen, also buchstäblich über das Zusammenstecken der Köpfe. Wahrscheinlich aus diesem Grund finden sich die Parasiten auch öfters bei Mädchen als bei Jungen, da erstere im Kita- und Grundschulalter mehr zum Kuscheln und zum engen Umgang miteinander neigen. Die Haarlänge oder biologische Kriterien spielen nach aktuellem Wissensstand dagegen ebenso wenig eine Rolle wie die Frequenz des Haarewaschens. Meist falsch ist Studien zufolge zudem die verbreitete Meinung, dass Kopfläuse über Mützen, Kopfkissen oder ähnliches übertragen werden. Dies ist zwar theoretisch möglich, bei empirischen Untersuchungen kamen Wissenschaftler aber zu dem Schluss, dass dies nur in Ausnahmen der Fall ist.

 

Erkennen

Ein Indiz für einen Befall durch Kopfläuse kann verstärktes Kratzen am Kopf sein. Wenn es zudem einen „Läusealarm" aus Kita oder Schule gibt, empfiehlt es sich, die Haare feucht auszukämen. Hierzu werden die feuchten Haare mit einem speziellen Läusekamm, der einen sehr geringen Zinkenabstand hat, gekämmt und der Kamm nach jedem Strich auf eine helle Unterlage gelegt oder mit einem Küchenpapier abgestreift. Auf diese Art sind ausgekämmte Läuse leicht zu erkennen. Alternativ ist auch eine gründliche Untersuchung von Kopfhaut und Haaransätzen mittels Vergrößerungsglass möglich. Die erste Methode ist aber im Allgemeinen zuverlässiger. Bei der Betrachtung mit einer Lupe lassen sich dagegen oftmals die Läuseeier erkennen, die von den Parasiten vor allem an den Stellen dicht an der Kopfhaut an das Haar geklebt werden, wo der Haarwuchs sehr dicht ist. Dadurch ist hier besonders eine Suche im Nacken, an den Schläfen oder hinter den Ohren erfolgversprechend. Am einfachsten zu entdecken sind die bereits „verlassenen" Eier, die sogenannten Nissen. Diese sind hell bis weiß und damit leicht zu erkennen, während die noch in der Entwicklung befindlichen Einer bräunlich sind.

 

Bekämpfung

Ist ein Befall durch Läuse festgestellt, empfiehlt sich neben dem Einsatz eines Läusekamms die Behandlung mit einem Mittel gegen Kopfläuse. Dabei sind Präparate auf chemischer sowie solche auf pflanzlicher Basis erhältlich. Bei der Wahl des jeweils richtigen Mittels empfiehlt sich eine individuelle Beratung in der Apotheke, da einzelne Wirkstoffe eventuell zu allergischen Reaktionen führen können. Die grundsätzliche Funktionsweise aller Präparate ist aber, dass die auf dem Kopf vorhandenen Läuse abgetötet werden. Diese werden dann bei der an die Behandlung anschließenden Haarwäsche ausgespült. Da die meisten Mittel aber nicht auf die Läuseeier wirken, ist eine zweite Anwendung nach acht bis zehn Tagen – also dann, wenn aus den Eiern die sogenannten Nymphen geschlüpft sind – nötig. Zusätzlich sollten Bettwäsche, Kuscheltiere etc. getauscht beziehungsweise gewaschen werde, ungeachtet der bereits beschriebenen Tatsache, dass Läuse in den allermeisten Fällen nicht über Textilien übertragen werden.

 

Fazit

Kopfläuse können recht eklig sein, vor allem, wenn eine Laus vom Kopf fällt. In der Regel ist es aber hierzulande (im Gegensatz zu Entwicklungsländern) so, dass sich nur wenige Läuse auf einem Kinderkopf entwickeln, bevor der Befall entdeckt wird. Und dann kann mit den richtigen Mitteln sehr schnell Abhilfe geschaffen werden, so dass das Kind unverzüglich wieder am allgemeinen Kita- oder Schulleben teilhaben kann.